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Projekt initiert von:
Naturpark Obersauer Naturpark Obersauer Forêt d'Anlier
dieses Projekt wurde von der Europäischen Union kofinanziert
Union Européenne,  Interreg III & IV

Die Obersauerregion

Geografische und hydrografische Lage der Obersauer



Karte 1: Hydrografische Lage der Obersauer


Die Sauer gehört zum hydrografischen Distrikt des Rheines und zum Einzugsgebiet der Mosel. Auf -+140 km Länge durchfliesst sie anfangs die belgischen und dann die luxemburgischen Ardennen um sich ab Ettelbruck durch die Täler der Cuestalandschaften des Gutlandes zu schlängeln.
Ihre grössten Zuflüsse sind die "Strange" (Strainchamps), die "Wiltz" (Goebelsmühle), die "Alzette" (Ettelbruck) und die "Our" (Wallendorf-Pont). In Wasserbillig fliesst die Sauer nach 380 überwundenen Höhenmetern in die Mosel. Das Einzugsgebiet der Sauer wird demnach in die Nordsee entwässert.
Im Gewässervertrag Obsersauer wird nur der obere Lauf der Sauer berücksichtigt, d.h. von der Quelle in "Blanchipont" (510 m) in Wallonien, bis zur Einmündung der "Wiltz" in die Sauer in Goebelsmühle (235 m).

 


Karte 2: Gemeinden und Hydrografie der Obersauer


Das grenzüberschreitende Einzugsgebiet der Obersauer erstreckt sich über 14 Gemeinden (Wallonien: Bastogne, Fauvillers, Martelingen, Léglise und Vaux-sur-Sûre; Luxemburg: Boulaide, Stauseegemeinde, Neunhausen, Esch/Sauer, Rambrouch, Goesdorf, Wahl, Winseler und Heiderscheid), über zwei Naturparke und hat eine Fläche von ca. 483 km2. Auf der wallonischen Seite wird auch das Einzugsgebiet der Wiltz mit einbezogen, womit sich die Fläche des Gebietes auf 572 km2 beläuft.
Die wichtigsten Zuflüsse der Obersauer in Wallonien sind die "Géronne", der "Beulet", die "Strange", die "Basseille" und die "Surbich".
In Luxemburg sind es die "Syrbaach", die "Béiwenerbaach", die "Ningserbaach", die "Dirbech" und die "Schlirbech".
Die Gesamtlänge des grenzüberschreitenden Flussnetzes der Obersauer (ohne die Wiltz) beträgt ungefähr 760 km.

Hier nochmal die wichtigsten Infos zur Obersauer im Überblick:

 
Grafik: Längsschnitt der Obersauer


  • Quelle: "Blanchipont" in 510 m Höhe
  • Mündung: Wasserbillig in 130 m Höhe
  • Flusslänge:
    - Gesamtlänge: -/+ 140 km
    - Obersauer: 88 km bis Goebelsmühle, davon 48 km auf wallonischem Territorium
  • Länge des Flussnetzes: 760 km (nur die Obersauer bis Goebelsmühle)
  • Höhenunterschied: -+ 380 m (270 m bis Goebelsmühle)
  • Fläche des Einzugsgebietes des Gewässervertrages: 556 km2
  • Durchschnittlicher Abfluss in Martelingen (1976-2002 - Quelle: MRW-DCENN, 2004):
    - Durchschnittlicher Jahresabfluss: 3,60 m³/s (min = 1,57 m³/s - max = 6,40 m³/s)
    - Niedrigwasser: 0,38 m³/s (min = 0,03 m³/s - max = 2,09 m³/s)
    - Hochwasser: 17,20 m³/s (min = 7,15 m³/s - max = 33,74 m³/s)
 

Geologie und Geomorphologie



Karte 3: Schematische Karte der Geologie der Obersauerregion


Das Einzugsgebiet der Obersauer durchfliesst das sogenannte Massiv der Ardennen. Dieses besteht hauptsächlich aus geologischen Schichten des Devon, welche wiederum hauptsächlich aus schieferähnlichen, wasserundurchlässigen Gesteinsarten bestehen.
Das Ardennermassiv ist eine Art Hochebene, welche im Unterlauf der Obersauer von tiefen Furchen durchzogen ist. Diese Furchen, in V-Form und mit steilen Hängen, sind durch die lange und stetige Erosion der geologischen Schichten durch die Flüsse enstanden. Im Quellgebiet ist die Erosion weniger ausgeprägt, so dass die Flusstäler eher flache Mulden bilden.
Generel sind die Flusstäler sehr schmal, so dass das Vorland der Bäche eher gering ausfällt. Grössere Bäche, wie die Sauer, fliessen auf ihren eigenen Ablagerungen, wobei die kleinen Bäche direkt auf dem Muttergestein fliessen.
Die Geologie der Region hat auch einen grossen Einfluss auf die Abflusseigenschaften des Wassers. Da die vorhandenen Gesteinsarten eher wasserundurchlässig sind, ist der Oberflächenabfluss grösser als beispielsweise die Versickerung. Die Bäche reagieren also sehr schnell und heftig auf ergiebige Regenfälle, welche dann die Bäche oft und vor allem im Winter über die Ufer treten lassen.

 

Das Klima

 


Karte 4: Durchschnittlicher Jahresniederschlag (Die unterschiedliche Verteilung und der heterogene Übergang der Regenklassen zwischen Wallonien und Luxemburg ist unter anderem durch verschiedene Messungen und durch eine verschiedene Dichte der Messstationen bedingt. Leider haben wir nicht die Möglichkeit dies zu verbessern).


Das Klima der Region Obersauer ist ein ozeanisches Klima der Mittelbreiten mit kontinentalen Einwirkungen. Oft wird auch von gemäßigtem Klima gesprochen. Wir stehen also unter direktem Einfluss der kalten Polarluftmassen im Norden und der warmen tropischen Luftmassen im Süden. Das Zusammentreffen dieser Luftmassen formt die uns so bekannten Tiefdruckgebiete und beschert uns ein abwechslungsreiches Klima, viel Regen, gemäßigte Temperaturen und gut erkenntliche Jahreszeiten. Die kontinentalen Einwirkungen machen sich durch dauerhafte Kaltperioden (im Winter) oder durch lang anhaltende Sommertemperaturen bemerkbar.
Die Region Obersauer gehört zu den regenreichsten Gebieten Luxemburgs. Im Sud-Westen, auf der Hochebene von Bigonville und Koetschette, fallen jährlich über 1000 mm Regen. Das östliche Tal der Obersauer hingegen muss sich mit 850 mm Regen im Jahr begnügen. Auch die Quellregion der Sauer in der Gemeinde "Vaux-sur-Sûre" (Wallonien) ist eine sehr regenreiche Gegend, mit bis zu 1200 mm Regen im Jahr, wobei der Durchschnitt für Wallonien bei 800 mm liegt. Im Einzugsgebiet der Wiltz fallen jährlich "nur" etwa 900 bis 950 mm.
Die Temperaturen in der Obersauerregion sind in der Regel weniger hoch als beispielsweise im Gutland. Dies gilt vor allem für die vor den Winden ungeschützten Hochebenen. Der Höhenunterschied zum Gutland beschert uns im Vergleich zum Gutland einen permanent negativen Temperaturunterschied von 1 bis 2°C.
Die durchschnittliche Temperatur in Bastogne beispielswiese bewegt sich zwischen 0°C (Januar) und 15,4°C (Juli). Extremwerte von -25°C im Winter und 35°C im Sommer wurden bereits in der Obersauerregion gemessen. Die Temperaturen der Region zeichnen sich durch große saisonale Unterschiede aus. Die Abweichungen von einem Jahr zum anderen sind hingegen relativ gering.

 

Schutzzonen



Karte 5: Bestehende Schutzzonen.


Da im Einzugsgebiet der Obersauer nicht nur die vielfältige und reiche Natur geschützt werden muss, sondern auch die Qualität des Wassers, das zur Trinkwasserherstellung dient, bestehen verschieden Schutzprogramme in diesem Gebiet.

Die Vielfalt der Naturräume im Becken der Obersauer ist weltweit durch die Ramsar Konvention zum Schutz der Feuchtgebiete anerkannt. Die Obersauerregion ist übrigens eine der ersten Ramsarzonen weltweit gewesen. Das Ramsargebiet der Obersauer ist das größte seiner Art in Wallonien und in Luxemburg, ist aber gleichzeitig auch das einzige das ein ganzes Einzugsgebiet betrifft und das zudem bewohnt ist. Diese Konvention fordert die Umsetzung eines Massnahmenprogramms zum Schutz des Feuchtgebiete.

Weite Teile der Obersauer genießen zudem einen europäischen Schutzstatus, als sogenannte Natura 2000 Gebiete. Natura 2000 ist ein europäisches Netz von Habitat- und Vogelschutzzonen. Für diese Natura 2000 Zonen soll nun ein Massnahmekatalog ausgearbeitet werden, zum Schutz der natürlichen Lebensräume und der gefährdeten Tier- und Pflanzenarten von europäischer Wichtigkeit. Diesbezüglich kann man die Flussperlmuschel (Margaritifera margaritifera) und den Fischotter (Lutra lutra) als Beispiel nennen, zwei Arten die vom Aussterben bedroht sind. Zwei LIFE Projekte sind außerdem ins Leben gerufen worden um diese Arten und ihre Lebensräume zu schützen.

Zudem liegen eine ganze Reihe von nationalen Schutzgebieten im Einzugsgebiet der Obersauer. Diese unterschiedlichen Naturschutzgebiete (Wald, Feuchtgebiete, u.a.), die für Luxemburg schon in der DIG (Déclaration d'Intention Générale) von 1981 festgelegt wurden, sind leider noch nicht offiziell ausgerufen. Nur für das Feuchtgebiet "Martelange/Bruch-Pont-Misère/Barrage de retenue" läuft zur Zeit die administrative Prozedur für seine Unterschutzstellung. Der nationale Naturschutzplan (Plan National pour la Protection de la Nature 2007-2011) sieht jedoch die rasche Umsetzung der Weiteren, um den Stausee gelegenen, nationalen Naturschutzgebieten vor. In Wallonien werden die Naturschutzgebiete von Naturschutzvereinigungen wie (Natagora, oder Ardenne et Gaume) gepflegt.

Auf Luxemburgischer Seite sind für den Stausee die sanitären Schutzzonen 1 und 2 zu erwähnen. Diese sollen durch Verbote oder Auflagen die Verschmutzung des Sees als Trinkwasserreservoir verhindern. Die Zone 1 ist dabei am strengsten überwacht und geschützt, da sie als letztes Ruhegebiet des Wassers vor der SEBES-Entnahme fungiert.

 

Bodennutzung



Karte 6: Bodennutzung und Einwohnerdichte.




Karte 8: Bodennutzung (Datenquelle: OBS, DGATLP)


Die Karte 6 zeigt die Aufteilung zwischen Wald- und landwirtschaftlichen Flächen. Siedlungsflächen, Industrieflächen und sonstige Flächen sind nicht in der Grafik aufgezeigt, da diese eine zweitrangige Bedeutung haben.
Die Obersauerregion zeichnet sich also durch eine starke forstwirtschaftliche und landwirtschaftliche Nutzung aus. Doch je nach Gemeinde teilen sich diese Flächen anders auf. Auf der einen Seite können wir die "Waldgemeinden" (Martelingen, Léglise, Stauseegemeinde, Neunhausen, Esch/Sauer, Boulaide und Goesdorf) und auf der anderen die "Landwirtschaftsgemeinden" erkennen (Vaux/Sûre, Bastogne, Fauvillers, Winseler, Rambrouch, Wahl, Heiderscheid). Bei der landwirtschaftlichen Nutzung kann man auch grob unterscheiden zwischen Ackerland und Grünland (Diese Unterscheidung ist allerdings mit Vorsicht zu geniessen, da Grünland auch wieder in Ackerland umgewandelt werden kann). Die wallonischen Gemeinden weisen eine weit grössere Ackerfläche auf als die luxemburgischen Gemeinden (siehe Karte 8).
Die Karte 6 zeigt auch die Einwohnerdichte pro Gemeinde. Da die Obersauerregion eine sehr ländliche Gegend ist, fällt diese sehr gering aus ( 50 Einwohner pro km2). Nur die Gemeinden Bastogne und Martelingen haben eine Einwohnerdichte über 50 wegen den grösseren Siedlungen Bastogne und Martelingen.

 

Topografie



Karte 7: Höhenmodel des Einzugsgebietes.


Das Einzugsgebiet der Obersauer besteht aus sehr unterschiedlichen Landschaften, die zum großen Teil durch die abwechslungsreiche Topografie bedingt sind (siehe Karte 7).
Von Westen nach Osten verändert sich die Topografie des Sauertals. Im westlichen Teil haben die Flüsse noch keine tiefen Täler gegraben. Die Hochebene, zwischen 500 und 550 m pendelnd, prägt die Landschaft. Die Täler sind weniger ausgeprägt und eher muldenförmig. Nach Osten hin wird die Kraft des Wassers immer sichtbarer. Tiefe Furchen teilen die Hochebene in viele kleine Teile. Die Hänge sind wesentlich steiler und die Talform gleicht immer mehr einem V. Der Höhenunterschied zwischen Hochhebe und Tal steigt an.
Der höchste Punkt des Einzugsgebietes liegt auf 552m Höhe. Der niedrigste Punkt liegt auf 315m Höhe (Goebelsmühle) und entspricht der Mündung des Einzugsgebietes. Die durchschnittliche Höhe des Beckens beträgt 455m und gehört somit schon zu den Einzugsgebieten der Mittelgebirge. Der große Unterschied zwischen Durchschnittshöhe und Mündungshöhe lässt erahnen dass die Abflussgeschwindigkeiten relativ hoch sind.
Die Grafik rechts zeigt den Flächenanteil der verschiedenen Höhenklassen. Daraus lässt sich schließen, dass 88% des Einzugsgebietes auf einer Höhe über 400m liegt, 61% sogar über 450m. Die Form der mitlleren Kurve (wenig Neigung für die Höhenlagen, viel Neigung für die Tieflagen) bestätigt auch unsere geologische Aussage, dass die Obersauerregion zum größten Teil aus einer Hochebene besteht. Wobei der wallonische Teil des Beckens (obere Kurve) mehr von der Hochebene dominiert wird als der luxemburgische Teil (untere Kurve).

 
Grafik: Hypsometrische Kurve des Einzigsgebietes der Obersauer (dunkelrot: grenzüberschreitendes Becken; rot: luxemburgisches Becken; hell rot: wallonisches Becken)